{"id":76370,"date":"2017-01-16T11:35:26","date_gmt":"2017-01-16T10:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.apfelpage.de\/?p=76370"},"modified":"2017-01-18T11:11:34","modified_gmt":"2017-01-18T10:11:34","slug":"correctiv-hilft-facebook-im-kampf-gegen-fake-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.apfelpage.de\/news\/correctiv-hilft-facebook-im-kampf-gegen-fake-news\/","title":{"rendered":"Correctiv hilft Facebook bei Fake News"},"content":{"rendered":"
„Postfaktisch<\/strong>\u201c<\/em> ist das Wort des vergangenen\u00a0Jahres. Denn mit der Verbreitung der sozialen Medien sei das \u201e<\/em>postfaktische Zeitalter\u201c<\/em> angebrochen, in welchem die Wahrheit von Aussagen in der politischen Diskussion nicht mehr die Hauptrolle spielt, kritisieren viele Medien. Beweise, Widerspruchsfreiheit und Wissenschaft w\u00fcrden eine zunehmende Anzahl von Menschen im \u00f6ffentlichen Diskurs nicht mehr interessieren. Stattdessen w\u00fcrden gef\u00fchlte Fakten \u00fcbertrumpfen.<\/p>\n Bild: Shutterstock<\/em><\/p>\n Richtiger ist wohl eher, dass Wissen in den sozialen Netzwerken nicht l\u00e4nger prim\u00e4r durch etablierte Medien vermittelt wird, die sich durch gute Recherche einen Namen gemacht haben. Die Wahrheit erreicht einen Gro\u00dfteil der Menschen nicht mehr. Stattdessen kann jeder Nutzer frei alles behaupten. Dabei wird auch vor offensichtlichen L\u00fcgen nicht zur\u00fcckgeschrecht.<\/p>\n Unser Autor Matthias hat es in seiner Kolumne „Die Facebook Generation“ gestern<\/a>\u00a0auf den Punkt gebracht:<\/p>\n Gro\u00dfes Thema sind sogenannte Fake-News. Dies sind Inhalte die an den Haaren herbeigezogen sind, Leser und Zuschauer beirren sollen und schon Beirrte weiter in ihren Bann ziehen.<\/p><\/blockquote>\n Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Doch in Fake News wird bewusst gelogen, abgelenkt oder Fakten verw\u00e4ssert. In den politischen Diskursen des vergangenen\u00a0Jahres – wie der Brexit oder der US-Wahlkampf – lie\u00df sich anschaulich beobachten, wie die Wahrheit hinter dem Effekt auf die Leser und W\u00e4hler zur\u00fccktritt.<\/p>\n Spiegel-Kolumnist Sasha Lobo hat 2012 bereits gewarnt: \u201e<\/i>Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten.\u201c<\/i> Der Wahrheitsgehalt einer Aussage ist f\u00fcr die Verbreitung einer Nachricht in sozialen Netzwerken aber nicht relevant. Wichtiger ist, ob die Nachricht der gef\u00fchlten Wirklichkeit der Leser entspricht. Diese kann jedoch stark von der Realit\u00e4t abweichen, da wir uns in sozialen Netzwerken nur mit Gleichgesinnten umgeben und unsere eigene Wahrnehmung von der Welt damit best\u00e4rken. Was uns nicht interessiert oder unseren Ansichten widerspricht, wird herausgefiltert. Dieser Effekt wird als Filter Bubble bezeichnet und mit jedem Like, jedem Kommentar, jeder Nachricht und selbst beim Ausblenden von Inhalten verst\u00e4rkt.<\/p>\n Mit der Einf\u00fchrung einer Schnittstelle zur Zensur<\/a>\u00a0hat Facebook in China eigentlich bereits bewiesen, dass Meinungsfreiheit und Wahrheit auf der Plattform nur eine untergeordnete Rolle spielen. In der westlichen Hemisph\u00e4re lastet jedoch ein zunehmender Druck auf dem Netzwerk. So schrieb Matthias gestern<\/a>\u00a0auch:<\/p>\n Facebook interessiert es aber nicht, dass News ohne inhaltliche Wahrheit auf der Plattform publiziert und verbreitet werden. Zwar kann man solche Inhalte als Nutzer melden, doch gel\u00f6scht werden sie in Regel nicht \u2013 das gilt auch f\u00fcr menschenfeindliche Kommentare.<\/p><\/blockquote>\n Dem will Facebook im Jahr der Bundestagswahl nun mit einer neuen Kooperation begegnen: Das gemeinn\u00fctzige Recherche-Zentrum CORRECTIV<\/a>\u00a0soll von Nutzern als Falschmeldung markierte Inhalte \u00fcberpr\u00fcfen. Fake News sollen dann jedoch nicht gel\u00f6scht, sondern mit einem Warnhinweis versehen und gegebenenfalls um einem Link zu einem Artikel mit den tats\u00e4chlichen Fakten erg\u00e4nzt werden, erkl\u00e4rte Facebook Manager Gudio B\u00fclow. „Das Posting an sich verschwindet nicht auf der Plattform, wir verstecken es nicht, Leute k\u00f6nnen es weiterhin teilen“, so B\u00fclow. Der Warnhinweis bleibe aber bei der weiteren Verbreitung angeheftet. „Es kann auch sein, dass wir bei unglaubw\u00fcrdigen Artikeln die Sichtbarkeit reduzieren“.<\/p>\n CORRECTIV wurde 2014 als gemeinn\u00fctzige GmbH gegr\u00fcndet seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Non-Profit-Organisation finanziert sich durch Mitgliedsbeitr\u00e4ge, private Spenden und Zuwendungen von Stiftungen wie der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung aber auch Goolge. Von der Essener Brost-Stiftung erhielt CORRECTIV beispielsweise eine Anschubfinanzierung in H\u00f6he von drei Millionen Euro f\u00fcr einen Zeitraum von drei Jahren. Von Facebook erhalte das Recherche-Zentrum zwar keine finanzielle Zuwendung, d\u00fcrfte sich daf\u00fcr jedoch sehr \u00fcber die hinzugewonnene Aufmerksamkeit freuen.<\/p>\n „Wir sind \u00fcberzeugt, dass alles getan werden muss, um der Verbreitung von gef\u00e4lschten Nachrichten in sozialen Netzwerken entgegenzutreten“, erkl\u00e4rte der Leiter des Recherche-Zentrums, David Schraven.<\/p>\n Daneben will Facebook weitere Partner im Kampf gegen Fake News gewinnen. Au\u00dferdem wolle man die M\u00f6glichkeiten eind\u00e4mmen, mit Falschmeldungen Geld zu verdienen. Mit aufsehen-erregenden Nachrichten war es einigen Seitenbetreibern im US-Wahlkampf gelungen, von den Nutzern millionenfach geteilt zu werden und folglich besonders viele Nutzer zu erreichen. Ihr Ziel war es, durch Werbeeinblendungen auf der Zielseite enorme Gewinne einzufahren.<\/p>\n „Wenn es sich um Klickschleudern handelt, die in der Vergangenheit schon h\u00e4ufiger mit F\u00e4lschungen aufgefallen sind, k\u00f6nnte es f\u00fcr das System ein Signal sein, sie eher herauszufiltern“, erkl\u00e4rte B\u00fclow.<\/p>\n Interessierten sei in diesem Zusammenhang\u00a0dieser zeitlose Longread zur politischen Beeinflussung auf Facebook empfohlen:\u00a0Das Magazin: Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" „Postfaktisch\u201c ist das Wort des vergangenen\u00a0Jahres. Denn mit der Verbreitung der sozialen Medien sei das \u201epostfaktische Zeitalter\u201c angebrochen, in welchem die Wahrheit von Aussagen in der politischen Diskussion nicht mehr die Hauptrolle spielt, kritisieren viele Medien. Beweise, Widerspruchsfreiheit und Wissenschaft w\u00fcrden eine zunehmende Anzahl von Menschen im \u00f6ffentlichen Diskurs nicht mehr interessieren. Stattdessen w\u00fcrden gef\u00fchlte … Weiterlesen …<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":63,"featured_media":76372,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[16,1],"tags":[414],"appful":[],"class_list":["post-76370","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alle-artikel","category-sonstiges","tag-facebook"],"jetpack_publicize_connections":[],"yoast_head":"\n<\/p>\n
<\/p>\n
Partner im Kampf gegen Fake News<\/h2>\n
\n