{"id":77491,"date":"2017-03-27T09:46:19","date_gmt":"2017-03-27T07:46:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.apfelpage.de\/?p=77491"},"modified":"2017-03-27T09:46:19","modified_gmt":"2017-03-27T07:46:19","slug":"beginnt-die-post-app-store-aera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.apfelpage.de\/news\/beginnt-die-post-app-store-aera\/","title":{"rendered":"Beginnt die Post-App-Store-\u00c4ra?"},"content":{"rendered":"
Die Marktforscher und Technologie-Analysten von Gartner<\/a>\u00a0pr\u00e4gten in den vergangenen Jahren den Begriff der „Post-App-Store-\u00c4ra“<\/em>. Obwohl sich der Begriff im ersten Moment liest, als w\u00fcrde die App-Industrie k\u00fcnftig stagnieren oder gar schrumpfen, prognostiziert Gartner genau das Gegenteil: Apps werden immer wichtiger, aber sie ver\u00e4ndern sich.<\/p>\n Bild: Shutterstock<\/em><\/p>\n Apps f\u00fcr Mobilger\u00e4te gibt es schon seit \u00fcber 20 Jahren. Doch es war meist schwierig, sie zu finden und auf die Ger\u00e4te zu \u00fcbertragen. Sie spielten f\u00fcr die meisten Nutzer daher keine gro\u00dfe Rolle. Dies \u00e4nderte sich mit Apples iPhone \u2013 genauer gesagt: mit der Einf\u00fchrung von iOS 2.0 im Jahr 2008. Denn das urspr\u00fcngliche iPhone wurde 2007 noch g\u00e4nzlich ohne App Store ausgeliefert \u2013 heute kaum vorstellbar. Mit dem App Store startete Apple eine App-Revolution, der sich bald auch andere gro\u00dfe Konzerne wie Google anschlossen. F\u00fcr den Nutzer waren Apps nun einfach zu finden, zu kaufen, zu laden und zu installieren. Entwickler hatten endlich eine Plattform, auf der ihre Produkte gefunden wurden, und nebenbei haben sich Apple und Co. damit ein zus\u00e4tzliches Gesch\u00e4ftsmodell erschlossen.<\/p>\n Inzwischen sind neue Funktionen wie beispielsweise Push-Benachrichtigungen oder 3D-Touch hinzugekommen und Apps lassen sich im Hintergrund ausf\u00fchren. Dadurch ergeben sich immer neue Einsatzgebiete f\u00fcr immer mehr Apps. \u00dcber 2 Millionen verschiedene Apps sind bereits in Apples App Store verf\u00fcgbar<\/a>.\u00a0In Googles Play Store sind es sogar fast 2,36 Millionen und im Amazon Appstore immerhin 600.000 Anwendungen.<\/p>\n Doch schaut man auf die Ger\u00e4te der meisten Nutzer, finden sich h\u00f6chstens einige hundert auf dem Ger\u00e4t, von denen nur eine Handvoll regelm\u00e4\u00dfig benutzt wird. Tendenz sinkend: Laut comScore verbringen die meisten Nutzer Dreiviertel der Zeit in ihren drei Lieblingsapps. Social-Media-Apps und Messenger wie Facebook, WhatsApp, Messenger und Snapchat sind h\u00e4ufige Beispiele daf\u00fcr. W\u00e4hrend die Nutzung von Social-Media-Anwendungen laut Umfragen von Gartner in den USA, Gro\u00dfbritannien und China im vergangenen Jahr gegen\u00fcber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 83 Prozent zur\u00fcckgegangen ist, stieg die Nutzung von Messengern um 3 Prozentpunkte auf nun 71 Prozent. Diese Handvoll Apps landet meist auf dem Home Screen, von wo aus sie schnell erreichbar sind. Sie werden in der Regel st\u00e4ndig weiterentwickelt und erhalten mehr und mehr Funktionen wie in Facebooks Fall etwa das Live-Streaming oder beispielsweise das Aufgeben von Taxi-Bestellungen\u00a0direkt aus dem Facebook Messenger. Zumindest vorerst beschr\u00e4nkt sich dieser Dienst auf den Dienstleister Uber und steht nur in wenigen St\u00e4dten der USA zur Verf\u00fcgung. Diese Beispiele zeigen aber ein Potential. Jessica Ekholm, Forschungsdirektorin bei Gartner, erwartet, dass Messenger zunehmend fesselnder und funktionsreicher werden.<\/p>\n <\/p>\n Kurz: Sie entwickeln sich zu Super-Apps<\/a>.\u00a0Diese funktionieren nach dem Prinzip des Schweizer Taschenmessers: Super-Apps versuchen, die Funktionen von m\u00f6glichst vielen Apps in sich zu vereinen und somit zum Eintrittstor in die digitale Welt zu werden. Ein Parade-Beispiel f\u00fcr diese Spezies nennt sich Weixin (\u201ekleine Nachricht\u201c) \u2013 hierzulande besser bekannt als WeChat. Der Messenger, wie sich der Dienst selber einstuft, ist in China weit mehr als eine Chat-App. Es ist WhatsApp, Facebook, Skype, Uber, Amazon, Instagram, PayPal, Shazam, Venmo, Tinder und noch viel mehr in einem. Hinzu kommt eine Reihe von Funktionen, f\u00fcr die wir hierzulande gar keine gel\u00e4ufigen Alternativen besitzen: Das Buchen von Arztterminen, Investment Services, Heat-Maps, die zeigen, wie belebt ein Ort gerade ist, und viele weitere Funktionen.<\/p>\n Ein gef\u00e4hrlicher Trend \u2013 nicht wegen der Funktionen an sich, aber die Tatsache, dass all diese Funktionen in einer einzigen App vereint sind, birgt Gefahren. Die NY-Times zeichnet in einem Facebook-Video folgendes Szenario: Mit Weixin kann man einen Hundewasch-Service bestellen, bezahlen, ein Foto vom sauberen Haustier mit Freunden teilen, die das Foto sehen und direkt denselben Service buchen k\u00f6nnen, Freunden f\u00fcr solche Hinweise danken, sie zum Essen in ein Restaurant einladen, in dem man mit der App bestellen und ebenfalls bezahlen kann, sich zum Restaurant navigieren lassen oder ein Taxi dorthin bestellen, ohne auch nur ein einziges Mal die App zu verlassen.<\/p>\n Was erst einmal komfortabel klingt und schon \u00fcber 700 Millionen Menschen in China \u00fcberzeugt hat, ist gleichzeitig der Albtraum jedes Datensch\u00fctzers. Tencent, der Entwickler der App, wei\u00df, wor\u00fcber man wann und mit wem spricht, wo man sich aufh\u00e4lt, wo man hin will und warum; mit wem man sich dort trifft, wof\u00fcr man online oder offline sein Geld ausgibt und vieles mehr. Der gl\u00e4serne Kunde \u2013 aber auch der gl\u00e4serne B\u00fcrger, denn in China, das f\u00fcr die Spionage unter den eigenen Einwohnern und f\u00fcr zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bekannt ist, k\u00f6nnen diese Informationen auch von der Regierung eingesehen werden.<\/p>\n F\u00fcr Entwickler bergen diese Apps aber auch eine Chance. F\u00fcr sie wird es immer schwieriger, in der Masse der Anwendungen in den App Stores gefunden zu werden. Business Insider<\/a>\u00a0zitiert die Ergebnisse seines eigenen Forschungsservices, BI Intelligence<\/i>, wonach hierf\u00fcr oft hohe Marketingkosten anfallen. Um angesichts der zahlreichen Konkurrenz-Apps f\u00fcr die Nutzer attraktiv zu bleiben, seien die Entwickler gezwungen, ihre Apps kostenlos anzubieten. Um die Kosten wieder reinzuholen, m\u00fcssten die Nutzer aber mehr Zeit in den Apps verbringen, was sie jedoch nicht tun, da sie nur eine Handvoll Apps regelm\u00e4\u00dfig und exzessiv nutzen. Viele Entwickler versuchen deswegen, die Nutzer mit nervigen Benachrichtigungen zur Aktivit\u00e4t anzuhalten, womit Sie h\u00e4ufig noch die letzten Nutzer vergraulen.<\/p>\n Die Handvoll bedeutender Programme wie etwa Facebook k\u00f6nnte Entwicklern aber neues Potential er\u00f6ffnen, wenn sie die Apps anderer Entwickler in ihre Programme integrieren. Ein Beispiel daf\u00fcr sind Chatbots oder die im November 2016 gestarteten Facebook Instant Games, die direkt in der Messenger-App laufen.<\/p>\n Eines der ersten Spiele ist Everwing, ein vertikales Shoot’em-up-Spiel, das in kurzen Runden gespielt werden kann und dem Spieler erm\u00f6glicht, das Wesentliche weiter im Auge zu behalten. Dabei war es wichtig, \u201edas, was normalerweise als gro\u00dfer Download im App Store st\u00fcnde, in etwas zu verwandeln, das sich in h\u00f6chstens 10 oder 20 Sekunden l\u00e4dt und eine nahtlose Benutzeroberfl\u00e4che und ein reibungsloses Erlebnis zu entwickeln\u201c,<\/i> sagte Michael Carter<\/a>, CEO des Entwicklers Blackstorm. Er betonte, dass Facebooks Messenger mit \u00fcber einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer eine riesige Nutzerbasis biete. Dabei handele es sich um ziemlich gew\u00f6hnliche Nutzer, die das Spiel in den ersten 30 Sekunden begreifen m\u00fcssten. Damit Everwing nicht zum Ersatz, sondern zu einer Erweiterung des Chats wird, hat der Entwickler einen Coop-Modus integriert, in welchem beide Chatpartner zusammen spielen k\u00f6nnen. Carter bef\u00fcrchtete anfangs, das Engagement der Spieler k\u00f6nnte darunter leiden, dass sie ein neues Verhaltensmuster lernen m\u00fcssten. Schlie\u00dflich muss man erst den Messenger \u00f6ffnen, um das Spiel zu starten. Doch wie sich herausgestellt habe, sei der Aufwand deutlich geringer, als minutenlang eine 100 MB gro\u00dfe App herunterzuladen, sodass die gemessenen Werte bisher deutlich besser gewesen seien als bei herk\u00f6mmlichen Apps. Ein gew\u00f6hnlicher regelm\u00e4\u00dfiger Spieler des Games spiele es rund eine Stunde pro Tag. Auch ohne Home Screen Icon werde Everwing damit zu einem Teil der t\u00e4glich genutzten Apps. Obwohl die Fragen der Monetarisierung noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt seien, wolle der Entwickler weiter an dieser Entwicklung festhalten.<\/p>\n Mit Chatbots k\u00f6nnen Unternehmen hingegen \u201eBer\u00fchrungspunkte wie den Kundenservice verbessern und die Verk\u00e4ufe ankurbeln\u201c<\/i> \u2013 die Nutzer br\u00e4uchten die App dazu nicht zu verlassen, so profitieren beide Seiten, meint Ekholm.<\/p>\n Doch f\u00fcr die Unternehmen gibt es noch einen weiteren wesentlichen Vorteil: Weixin und seine Services erreicht in China stolze 95 % der Smartphone-Nutzer \u2013 plattform\u00fcbergreifend. Davon k\u00f6nnen Apple und Googles Android nur tr\u00e4umen. W\u00e4hrend WeChat den Sprung \u00fcber die Mauer trotz gro\u00df angelegter Werbeaktionen nicht gemeistert hat, w\u00e4ren \u00e4hnlich stolze Werte f\u00fcr Unternehmen wie Facebook nicht unvorstellbar.<\/p>\n Die Chrome Dev Summit in San Francisco widmete sich vergangenes Jahr weitestgehend den Progressive Web Apps (PWA). Das sind Anwendungen, die \u00fcber eine URL direkt im Browser aufgerufen werden. Damit besitzen sie ebenfalls das Potential, Nutzer \u00fcber alle Plattformen hinweg anzusprechen. Die App muss nicht installiert werden, kann aber als Icon auf dem HomeScreen des Smartphones abgelegt werden. Dies stellt f\u00fcr die meisten Anwender eine deutlich geringere H\u00fcrde dar als die Installation einer nativen App \u2013 nicht zuletzt wegen des geringeren Speicherverbrauchs. Dank Push-Benachrichtigungen und einer Caching-Funktion, die zuvor geladene Inhalte sp\u00e4ter auch offline abrufbar macht, wird mit PWAs jedoch eine \u00e4hnlich hohe Kundenbindung erzielt wie mit nativen Apps. Der zus\u00e4tzliche Entwicklungsaufwand entf\u00e4llt hingegen. Inhalte solcher Apps sind nicht nur mit allen Ger\u00e4ten, sondern auch von Suchmaschinen abrufbar und k\u00f6nnen daher besser gefunden werden. Die Anbieter von PWAs sind au\u00dferdem von keinem App-Store-Betreiber abh\u00e4ngig.<\/p>\n Was f\u00fcr den Nutzer von Vorteil ist, kann App-Store-Betreiber wie Apple jedoch Milliarden kosten, galt die Entwicklung zum Service-Giganten in Zeiten sinkender Ger\u00e4teverk\u00e4ufe doch als m\u00f6glicher Rettungsanker. Zwar hat auch Google mit dem Play Store eine eigene Plattform, doch anders als bei Apple war diese nie konkurrenzlos, da Android kein abgeschlossenes System bildet. Google kann in PWAs au\u00dferdem mit seiner Kernkompetenz Geld verdienen: Werbung. Je mehr Zeit die Menschen im Web verbringen, desto mehr Werbeanzeigen klicken sie an. @drewzie<\/a> @mjasay<\/a> what is the motivation at Apple to support pwa in safari?<\/p>\n — Jason Billingsley (@jbillingsley) 16. November 2016<\/a><\/p><\/blockquote>\n<\/a><\/p>\n
Ge\u00e4ndertes Nutzerverhalten<\/h2>\n
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Integration in die Super-App<\/h2>\n
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Progressive Web Apps<\/h2>\n
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\nNoch erf\u00fcllen nicht alle Browser die f\u00fcr PWAs erforderlichen technischen Voraussetzungen: Chrome und Firefox\u00a0sollen bereits voll kompatibel sein, aber auch von Safari, Opera und Edge soll es positive Signale geben. \u201eDoch was k\u00f6nnte Apple bewegen, PWAs in Safari zu unterst\u00fctzen?\u201c<\/i>, fragt Jason Billingsley auf Twitter:<\/p>\n\n